
Oma
Heute jährt sich Omas Todestag das 8. Mal.
Zwei Monate, nachdem sich unsere Mama auf den Weg gemacht hat, folgte die Mutter ihrer Tochter.
So surreal waren die Stunden - nur wenige Wochen später wieder an einem Sterbebett zu sitzen und "zwischen den Welten" dabei sein zu dürfen. Heilige Stunden, die unwiederbringlich, schmerzvoll und heilend zugleich, sind.
Und unvergesslich - damals hielt ich die letzten Stunden und Atemzüge von Mama schier nicht aus. Mir war, als müsste auch ich sterben. Ich erinnere mich an die abartige Enge in meinem Hals, die so große Angst, dass Mama jeden Moment für immer weg sein wird. Mit geschlossenen Augen klammerte ich mich an den Rücken meines Bruders und hoffte einfach nur, dass das alles gar nicht wahr ist...
55 Tage später, am Sterbebett von unserer Oma war es ganz anders.
Vermutlich mitunter, weil sie ein Alter erreicht hatte, wo zumindest unser Verstand das okay gibt. Was nicht heißt, dass das Herz kein Klagelied singt…
Dieses mal saß ich nicht hinter dem Rücken, sondern Seite an Seite mit meinem Bruder am Bett unserer Oma.
Sie anlächeln, ihre noch warme Wangen und Hände streicheln, die letzten gemeinsamen Stunden ganz bewusst erleben, in Erinnerungen und Dankbarkeit schwelgen.
Mein Herz wird ganz warm, wenn ich an sie denke. Unsere Oma - eine Frau voller Liebe, Treue und Freude. Für uns Enkelkinder, ihre Urenkelkinder, Kinder, ihren Ehemann und für sich.
DANKE liebe Oma, für dich.
Und DANKE an dich, mein lieber Bruder. Seite an Seite haben wir Mama und Oma aus ihrem irdischen Leben begleitet.
