Lebenswege schreiben Geschichten

17.04.2026

Diesen Geschichten darf ich als freie Rednerin am Ende eines Lebens lauschen, sie stimmig zusammenfügen und dann vortragen.

Es sind die kleinen und großen Eigenheiten, die diese Stunde so persönlich machen.

Wie z.B. die 94jährige Dame, die alle Knöpfe fein säuberlich nach Größe und Farbe sortiert, auf einen Faden auffädelte; der 62jährige Mann, der nicht nichts tun konnte und beim kleinsten Piep hilfsbereit parat stand oder der 33jährige Mann, der schon als Kind voller Vertrauen im Herzen und "Hans guck in die Luft" in den Augen, über einen hohen Bergkamm kraxelte.

Dieses eine Sätzle wie z. B. mit schmunzelnder Geste: "Ach was schwätzt du denn?". Die Gummibärle in Omas Schrank oder der Kaba vom Opa. Die gemeinsamen Spieleabende, wo der Vater immer auf volles Risiko gespielt hat und mit Rommé Hand fertig gemacht hat.

... Die unzähligen feinen und einprägsamen Nuancen eines Lebens, die an einer freien Abschiedsfeier ihren Raum bekommen. So einzigartig wie die Person war.

Da darf ein Schmunzeln durch die Kirchenbänke gehen, ein Jacky Cola am Grab getrunken werden oder auch ein schmerzliches Schluchzen durch den Friedwald klingen.

Abschied nehmen. 

Die verstorbene Person nochmal fest in die Mitte nehmen und den Geschichten lauschen, die dieser Lebensweg schrieb…