
Mamas 8. Todestag
Mit folgenden Worten möchte ich dir Mut machen, so lang und in deiner ganz eigenen Art und Weise, zu trauern...
Mamas physischer Tod hat mein Leben völlig gewandelt - mental und beruflich.
In diesen Tagen denke ich vermehrt an sie. Im Alltag fühlt es sich inzwischen irgendwie so weit weg an. Zugleich wirkt sie nach wie vor in gleicher Intensität. Die Trauer, der Schmerz so viel weniger, die Wunden immer mehr verheilt. Pure Dankbarkeit ist das, was ganz oben steht. Dankbar für die 36 Erdenjahre mit ihr. Dankbar für alles, was sie mir mit in die Wiege gelegt hat. All das erblüht in den schönsten Farben. Ich bin erfüllt von ihrer Liebe, ihrem Vertrauen, ihrer so gelebten Andersartigkeit. Unsagbar dankbar und stolz, die Tochter von Franziska Vogel zu sein.
Wenn auch du in Trauer bist, möchte ich dich ermutigen, die Traurigkeit wie eine Freundin zu sehen. Jede einzelne Träne fließen zu lassen, mit dem Vertrauen, dass Frau Trauer deine Tränen auffängt und so die Wunden jedes Mal ein bisschen heiler macht...
Am 22. Dezember, der letzte Lebenstag von Mama, lade ich Frau Trauer jedes Jahr ganz bewusst ein.
Sie hat ganz schön zu tun - viele Tränen fließen an diesem Tag. Tränen, die mich so nah zu Mama führen.
Irgendwas führte mich am 22.12.2017 schon ganz früh zu ihr ins Hospiz... Und so fahre ich seither an diesem Tag zur gleichen Zeit auf den Friedhof. Eine Tasse Grüntee mit Mama. Ein Weihnachtskonzert auf ihrer Flöte für alle Seelen des kleinen Friedhofs. Die freuen sich schon jedes Jahr ;) Und dann eine Wunder-volle Runde durchs Ried mit Mama und Frau Trauer...
Den ganzen Tag über kommen Bilder und Gefühle ihres Sterbeprozesses... Bis kurz nach Mitternacht. Ihr letzter Atemzug und der Beginn einer neuen Form von Begegnung mit ihr...
Buchtipp:
Anke Keil "Als Frau Trauer bei uns einzog"
